Warum Motorsport eine Sportart ist

„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vernehmen. Was im Allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffsverständnis von Sport“ (Röthig/ Prohl Hrsg.: Sportwissenschaftliches Lexikon, 6. Aufl., Schorndorf 2003). Wie man diesem Verständnis von Sport entnehmen kann, gebietet die Situation eine Menge Diskussionsraum für die Frage, was man als Sport werten kann und was eben nicht. In diesem Diskussionsraum bewegt sich mit ständiger Präsenz die Frage, ob Rennen motorisierter Fahrzeuge als Sportart gewertet werden dürfen.

Der Fachbereich Sportwissenschaft der Universität Hamburg definiert Sport wie folgt: Sport ist ein kulturelles Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich freiwillig in eine Beziehung zu anderen Menschen begeben mit der bewussten Absicht, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten insbesondere im Gebiet der Bewegungskunst zu entwickeln und sich mit diesen anderen Menschen auf Grundlage der gesellschaftlich akzeptierten ethischen Werte nach selbstgesetzten oder übernommenen Regeln zu vergleichen. Unter Berücksichtigung dieser Definition kann man Motorsport durchaus als vollwertige Sportart gelten lassen. Im Motorsport messen sich die Rennfahrer in einem festgelegten Rahmen, also einer bestimmten Rennstrecke mit eigens bestimmten Regeln, um herauszufinden, welcher von ihnen als erster die Ziellinie überschreitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Rennen auf Motorrädern, einem Formel1 Wagen oder einem Offroad-Jeep durchgeführt wird. Denn in jedem Fall müssen die Rennfahrer körperliche Leistungen erbringen, womit auch der Punkt der Bewegungskunst erfüllt wird.

Allerdings muss auch den Gegenargumenten Gehör geschenkt werden. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass durch die unterschiedliche Hochwertigkeit bei den Fahrzeugmodellen in gewisser Weise ungleiche Voraussetzungen geschaffen werden. Auch wenn die Rennställe insbesondere in der Formel-1 zwar mit unterschiedlich hohen Forschungsetats arbeiten, so sollte man diesen Teil des Motorsports als eine Art Vorbereitung für das Rennen sehen, der jedoch fester Bestandteil der Sportart ist. So tragen die Techniker als Teammitglieder aktiv zum Erfolg des jeweiligen Rennfahrers bei. Der Rennfahrer dagegen muss dann mit körperlicher und geistiger Leistung seinen Teil dazu beitragen, als Sieger die Rennstrecke zu verlassen.

Auch wenn Motorsport nicht zu den olympischen Disziplinen zählt und das auch wohl in naher Zukunft nicht so sein wird, gibt es etliche Argumente, Rennen motorisierter Fahrzeuge als Sportart zu sehen. So oder so – unzählige Zuschauer auf der ganzen Welt können sich für Motorsport begeistern. Bei großen Sportwetten-Anbieter wie Tipico ist Motorsport fester Bestandteil des Wettangebots.

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