Einparken, Stau erkennen, Spur halten: Welche Assistenten brauchen Autofahrer wirklich?

Hamburg (ots) - 19 Fahrerassistenzsysteme im Praxischeck / Sinnvoll sind u. a. Fußgängererkennung, Multikollisionsbremse und Totwinkelassistent / Spurhalte- und Nachtsichtassistent noch nicht ausgereift

Hellwache Assistenzsysteme können einem verschlafenen Autofahrer im letzten Moment ins Lenkrad greifen oder aufs Bremspedal treten. Das soll vor allem für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Doch sind all diese Systeme bedingungslos empfehlenswert? Für die aktuelle Ausgabe 29/2016 (EVT: 22.7.2016) hat die AUTO BILD-Redaktion 19 Assistenten in den Kategorien Bremsen, Lenken und Warnen getestet. "Jedes System, das die Fahrt sicherer macht, ist grundsätzlich willkommen - etwa der Totwinkelassistent oder die Multikollisionsbremse", so AUTO BILD-Redakteur Jan Horn. "Allerdings darf man sich keinesfalls auf die Software verlassen. Denn assistiertes oder autonomes Fahren ist noch lange nicht ausgereift, wie der tödliche Unfall mit einem Tesla in den USA gezeigt hat."

Und das sind die Ergebnisse des Praxischecks im Detail: Alle getesteten Bremssysteme sind per se dazu in der Lage, Unfälle zu verhindern. So bemerkt die Fußgängererkennung Passanten nicht nur, sondern errechnet auch, ob sie vor das Auto laufen werden. Weil man dafür eine Stereokamera braucht, ist die Technologie recht teuer. Fast nichts kostet hingegen eine Multikollisionsbremse: Direkt nach einem Zusammenstoß wird sie aktiviert und verhindert, dass das Fahrzeug weiterrollt, etwa in den Gegenverkehr.

Als weniger brauchbar erweisen sich die meisten Software-Systeme, die den Fahrer beim Lenken unterstützen sollen. So hat der Spurhalteassistent einige Aussetzer, zum Beispiel auf verwaschenen Markierungen. Auch der Stauassistent ist laut des Testes fraglich: Er richtet sich zwar nach der Position der vorausfahrenden Autos und bremst oder beschleunigt dementsprechend selbst. Doch gerade im Stop-and-go-Verkehr ist die volle Aufmerksamkeit des Fahrers gefragt.

Warnsysteme schlagen in typischen Ausgangssituationen für Unfälle Alarm. Dementsprechend wichtig ist der Totwinkelassistent: Sensoren im hinteren Stoßfänger oder Außenspiegelgehäuse überprüfen, ob sich etwas im toten Winkel befindet. Jan Horn: "Getrost verzichten können Autofahrer hingegen auf Verkehrszeichen- und Nachtsichtassistenten. Diese Technologien arbeiten einfach noch nicht zuverlässig genug."

Diese Autos waren Testkandidaten: Audi Q7, BMW 7er, Skoda Fabia, Hyundai Tucson, Mazda CX-5, VW Tiguan.

 

Quelle: "AUTO BILD" / Bildrechte: "AUTO BILD"

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